Mutter legt Pflaster um Kinderfinger zur besseren Wundheilung.

Wundsalbe & Co.: So unterstützen Sie die Wundheilung

Kleine Wunden sind im Alltag fast unvermeidlich: Beim Fußballspielen zu hart in den Zweikampf gegangen, beim Gemüseschneiden in der Küche mit dem Messer in den Finger abgerutscht, beim Bügeln versehentlich ans heiße Bügeleisen gefasst und nach einem Tag auf dem Balkon glüht das Gesicht vor Sonnenbrand. Dann ist es an der Zeit für die Wundversorgung: Sie kann in der Regel zu Hause erfolgen, wenn in der Hausapotheke entsprechende Mittel vorhanden sind.

Die Dauer der Wundheilung hängt von der Art und Größe der Verletzung sowie der entsprechenden Wundversorgung ab. Die Verwendung einer Wundsalbe kann dabei helfen, die Beschwerden schneller zu lindern und die Haut bei ihrer Regeneration zu unterstützen. Lesen Sie jetzt mehr über Wundarten, -versorgung und -heilung.

Wenn eine Wundsalbe ausreicht: Wundarten, die in der Regel keine ärztliche Behandlung erfordern

Leichte Verletzungen, bei denen nur die oberste Hautschicht (Epidermis) betroffen ist, lassen sich meist zu Hause behandeln und die Wundheilung verläuft oft problemlos. Zu den entsprechenden Wunden gehören zum Beispiel Schrammen, wie sie sich vor allem Kinder beim Herumtoben zuziehen oder Erwachsene bei robusten Sportarten oder beim Handwerken. Auch leichte Schnittwunden, die vor allem in der Küche schnell passieren, bedürfen meist keiner ärztlichen Behandlung, solange sie nicht tief sind. Es reicht in der Regel bereits aus, die Wunde mit klarem Wasser auszuspülen und später eine Wundsalbe aufzutragen.

Die Versorgung eines Sonnenbrands und leichter Verbrennungen, wenn die Haut nur oberflächlich gerötet, angeschwollen oder erhitzt ist, kann in der Regel auch zu Hause vorgenommen werden. Treten hingegen Brandblasen auf, sollte die Verletzung ärztlich versorgt werden, da es sich dann wahrscheinlich um eine Verbrennung 2. Grades handelt.

Die richtige Erstversorgung: Das sollten Sie beachten

Besonders wichtig für die Heilung ist die erste Wundversorgung. So vermeiden Sie, dass es zu möglichen Infektionen und einer gestörten Wundheilung kommt. Dazu wird die Wunde zuerst sorgfältig mit Wasser ausgewaschen. Blutet die Wunde, sollte der Blutfluss nicht direkt gestoppt werden, denn mit dem Blut werden auch Bakterien aus der frischen Wunde geschwemmt. Nach einer Weile setzt dann die natürliche Blutgerinnung ein und der Blutfluss stockt.

Wundarten wie kleine oberflächliche Verletzungen sollten zunächst mit einem antiseptischen Wirkstoff, wie zum Beispiel in der antiseptischen Wundcreme von Bepanthen® behandelt werden: Der enthaltene Wirkstoff tötet eine Vielzahl potenzieller Krankheitserreger ab, sodass Infektionen vermieden werden und die natürliche Wundheilung ungehindert durch Bakterien ablaufen kann.

Eine gereinigte und desinfizierte offene Wunde kann nun mit einem atmungsaktiven Pflaster überklebt werden. Bei größeren Verletzungen wird eine sterile Kompresse auf die Wunde gelegt und mit einem Mullverband fixiert. So bleibt die Wunde weiterhin vor Keimen geschützt, bis die Haut natürlichen Schorf als Schutzschild gebildet hat.

Nach der Erstversorgung: Wundheilung durch Salben und Co. unterstützen

Nach der Erstversorgung kann die Wundheilung mit Produkten wie zum Beispiel Salben, die den Wirkstoff Dexpanthenol enthalten, unterstützt werden. Bei tieferen Wunden mit einem Risiko zur Narbenbildung können Sie im späteren Verlauf außerdem spezielle Produkte zur Narbenpflege verwenden. Diese sorgen dafür, dass die Oberfläche schön glatt bleibt und die Narben weniger deutlich hervortreten.

Bei leichten Verbrennungen sollte die Haut schnell unter fließendem kaltem Wasser gekühlt werden, um die Schädigung der Hautzellen möglichst gering zu halten. Anschließend können Sie die Verbrennung mit einem kühlenden, feuchtigkeitsspendenden Produkt lindern. Besonders praktisch sind leichte Sprays, die nicht verrieben werden müssen und so die Haut nicht zusätzlich reizen. Setzen Sie die verbrannte Haut möglichst nicht der direkten Sonne aus.

Wunden richtig versorgen

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Pflaster am Knie

Die Wundheilungs­phasen

Die Wundheilung wird in drei verschiedene Phasen unterteilt:

Entzündungsphase: Die sogenannte Entzündungs- oder Reinigungsphase ist die erste Phase der Wundheilung: Der Körper wehrt eindringende Keime ab, indem er sie durch Wundsekret „ausschwemmt“ und aktiviert die sogenannten Thrombozyten (Blutplättchen). Diese verkleben miteinander und lassen das Blut gerinnen. Anschließend rückt die „Putztruppe“ an, die sogenannten Makrophagen, die als Fresszellen die Wunde reinigen und die Wundheilung stimulieren. Hier können antiseptische Produkte zum Einsatz kommen, um das Infektionsrisiko zu vermindern und so die Heilung zu unterstützen.

Reparaturphase: Nach etwa vier Tagen beginnt die zweite Stufe der Wundheilung, in der sich neues Gewebe bildet. In dieser Phase kann die Heilung durch die Wundversorgung zum Beispiel mit einer Wundsalbe gefördert werden.

Wiederaufbauphase: Nach circa einer bis vier Wochen beginnt sich die Wunde mit neuen Epithelzellen (Hautzellen) zu schließen und abzuheilen. Im Anschluss kommt es in einigen Fällen zur Narbenbildung. Die Wundheilung variiert je nach Größe und Schwere der Wunde und kann im schlimmsten Fall mehrere Monate andauern. Spezielle Produkte zur Narbenpflege können dann unterstützend eingesetzt werden.

Primär oder sekundär: Formen und Dauer der Wundheilung

Es lassen sich aber nicht nur verschiedene Heilungsphasen der Haut voneinander abgrenzen. Welche Dauer die Wundheilung in Anspruch nimmt, hängt auch von der Beschaffenheit der Wunde ab. Zwei Formen werden bei diesem Prozess unterschieden: die primäre und die sekundäre Wundheilung.

Die primäre Wundheilung ist die unkompliziertere der beiden Wundheilungsarten. Sie tritt bei Wunden mit guten Heilungsvoraussetzungen ein und betrifft daher vor allem glatte Wunden, deren Ränder möglichst nah beieinander liegen. Diese kommen zum Beispiel nach Operationen oder einer Verletzung mit einem scharfen Gegenstand vor. Es bildet sich Schorf durch die Blutgerinnung und der entstandene Spalt füllt sich nach und nach mit neuem Gewebe. Gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche primäre Wundheilung sind ein keimfreies Wundmilieu und eine ausreichende Durchblutung der betroffenen Stelle. Spezielle Wundsalben können die Wundheilung zusätzlich unterstützen. Die Wunde verheilt unter den genannten Bedingungen meist zügig und lässt je nach Tiefe nur eine kaum sichtbare Narbe zurück.

Von einer sekundären Wundheilung spricht man, wenn eine primäre Heilung wie zuvor beschrieben nicht möglich ist, da die Wunde zu groß und/oder infiziert ist. Auch chronische Wunden (zum Beispiel infolge von Diabetes) sind meist aufwendiger – die Dauer bis zur vollständigen Wundheilung kann sich dementsprechend hinauszögern. Die Wundränder klaffen bei der sekundären Heilung oft weit auseinander. Es muss viel neues Gewebe hergestellt werden und dementsprechend gestaltet sich die Wiederherstellung der Haut aufwendiger für den Körper. Durch eine Wundkontraktion, also das Zusammenziehen der tieferen Hautschichten, verschieben sich die Wundränder näher zueinander. Das sich bildende Granulationsgewebe muss daher weniger Fläche verschließen, um die Wunde aufzufüllen. Nach der sekundären Wundheilung kann häufig Narbengewebe zurückbleiben. In diesem Fall empfiehlt sich nach dem Abheilen der Wunde die Anwendung eines Narben-Gels, das die betroffenen Stellen glatter und unauffälliger machen kann.

Störungen der Wundheilung

Die Heilung von Wunden kann durch die Verwendung spezieller Salben gut unterstützt werden. Manchmal liegen aber auch Bedingungen vor, die die Dauer der Wundheilung verzögern. Das kann zum einen an der Wunde selbst, zum anderen aber auch an verschiedenen weiteren Faktoren liegen.

Wundspezifische Ursachen sind unter anderem folgende:

  • Infektion oder Fremdkörper in der Wunde
  • Durchgehende mechanische Belastung der Wunde durch Bewegung
  • unregelmäßige Wundränder
  • besonders große Wunden
  • Quetschungen im Wundbereich
  • zu frühe Entfernung der Fäden nach einem chirurgischen Eingriff

Diese Faktoren verkomplizieren die Wundheilung und verzögern sie dadurch. Aber auch andere Ursachen, die mit der Wunde selbst gar nichts zu tun haben, können die Heilung behindern:

  • unzureichende Wundversorgung oder -hygiene
  • verschlechterte Durchblutung zum Beispiel durch hohes Lebensalter, Erkrankungen wie Diabetes oder Rauchen
  • geschwächtes Immunsystem
  • Medikamente wie Gerinnungshemmer

Ein Arzt kann eine Störung der Wundheilung diagnostizieren, die Wunde fachgerecht reinigen und gegebenenfalls verbinden. Keimen fällt es dann schwerer, in die Verletzung einzudringen und dort Entzündungen zu verursachen.

Ein heißer Ofen kann vor allem für Kinder eine Gefahrenquelle sein und schnell zu leichten Verbrennungen führen.

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