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Augenlid: Gerstenkorn, Entzündung und andere Beschwerden

Das Augenlid schützt das Auge rund um die Uhr. Ist es jedoch geschwollen, entzündet oder schmerzt, wird diese Schutzfunktion gestört und das Auge ist anfälliger für äußere Einflüsse. Um weitere Probleme zu vermeiden, sollten Sie Beschwerden am Augenlid beobachten und behandeln. 

Inhalt

Augenlid: Anatomie und Funktion

Die Augenlider bedecken die Vorderseite des Auges und schützen es so vor Fremdkörpern, Wind, Licht und Austrocknung. Gleichzeitig befeuchten Sie es bei jedem Lidschlag, indem sie die Tränenflüssigkeit gleichmäßig über dem Auge verteilen. So sorgen sie auch dafür, dass die Augenoberfläche gut mit Nährstoffen versorgt wird und widerstandsfähig gegen Keime und Reizungen bleibt.

Die Anatomie ist beim oberen und unteren Augenlid grundsätzlich gleich:

  • Das Augenlid besteht aus stabilem Bindegewebe, das nach außen mit Haut und zum Auge hin mit Bindehaut überzogen ist.
  • Die Bindehaut ist sehr gut und sichtbar durchblutet. Bei Verdacht auf Eisenmangel erscheint sie blasser als normal.
  • Das Augenlid besitzt verschiedene kleine Drüsen, die zusammen mit der Tränendrüse die Tränenflüssigkeit bilden.
  • An den Lidrändern sitzen Wimpern, die Fremdkörper auf dem Weg zum Auge abfangen.
  • Im Augenlid liegen außerdem Muskeln, die das Auge öffnen und schließen und außerdem die Entleerung der Liddrüsen unterstützen.

Wird die Funktion der Augenlider durch Erkrankungen oder Reizungen beeinträchtigt, kann dies auch das Auge schädigen. Es ist daher wichtig, Probleme der Augenlider früh zu erkennen und zu beheben, um bleibende Beschwerden zu verhindern.
 

Augenlid geschwollen: häufig bei Allergie, Gerstenkorn und sonstiger Entzündung

Ist ein Augenlid rot und geschwollen, fühlt sich unangenehm an oder schmerzt, können ganz unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen. Mögliche Ursachen sind:

  • Lidrandentzündung: Durch Bakterien kann es am Augenlid zu einer Entzündung des Lidrandes mit schuppiger, verkrusteter Haut, Juckreiz und Fremdkörpergefühl kommen.
  • Hagelkorn: Ein einseitig geschwollenes Augenlid ohne Schmerzen kann auf ein Hagelkorn (Cholazion) hinweisen, bei dem durch verstopfte und entzündete Meibom-Drüsen eine Verdickung im unteren oder oberen Augenlid entsteht.
  • Gerstenkorn: Ein Gerstenkorn (Hordeolum) ist eine bakterielle Entzündung verschiedener Drüsen am Augenlid, die sich als schmerzhafter, weißer Pickel am oder unterm Augenlid zeigt.
  • Allergie: Bei einer Allergie, z.B. gegen Kosmetika oder Augentropfen, wird das betroffene Augenlid rot, geschwollen und schmerzt. Zusätzlich kann auch ein Ausschlag am Augenlid auftreten. Eine Pollenallergie hingegen verursacht typischerweise beidseitig ein rotes, dickes Augenlid mit einer Beteiligung der Bindehaut.
  • Mückenstich: Auch bei einem Mückenstich am Augenlid schwillt das Lid an und tut weh. Wird der Stich aufgekratzt, kann er sich zudem infizieren.
     

Weitere Hautveränderungen am Augenlid

Es gibt viele Ursachen für Hautveränderungen am Augenlid, die häufig unbedenklich sind, aber auch behandlungsbedürftig sein können. Beispiele dafür sind: 

  • Storchenbiss: Als Storchenbiss wird ein harmloses Feuermal der Haut bei Säuglingen bezeichnet, das unter anderem am oberen Augenlid auftritt. 
  • Xanthelasmen: Eine Fettablagerung am Augenlid zeigt sich als weicher, gelblicher Fleck (Xanthelasma). Sie ist meist unbedenklich, kann jedoch auch Hinweis auf eine Fettstoffwechselerkrankung sein.
  • Milien: Ein Grieskorn (Milium) ist eine kleine, weiße und mit Hornmateriel gefüllte Zyste der Haut, die vor allem im Gesicht und am unteren bzw. oberen Augenlid auftritt. Sie kann spontan oder nach Verletzungen entstehen und ist meist nur kosmetisch störend.
  • Tumore: Eine Beule am unteren oder oberen Augenlid kann in seltenen Fällen auch ein bösartiger Tumor wie ein Basaliom oder Talgdrüsenkarzinom sein und sollte daher abgeklärt werden.
  • Ausschlag: Trockene Haut mit Ekzem am Augenlid kann bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte z. B. durch Stress ausgelöst werden. Und auch bei einer Infektion am Augenlid durch einen Pilz oder Herpes kann ein Ausschlag mit Bläschen, Schuppen oder Schmerzen auftreten. Eine Behandlung ist in diesen Fällen immer empfohlen, um Schäden am Auge zu verhindern.
  • Hautverfärbung: Ein blaues oder verfärbtes Auge entsteht meist nach einer Verletzung durch einen Bluterguss am Augenlid, kann jedoch in seltenen Fällen auf andere Erkrankungen wie eine Gerinnungsstörung hinweisen.

Auch wenn die meisten Hautveränderungen am Augenlid harmlos sind, sollten Sie insbesondere bei unklaren oder anhaltenden Beschwerden zur Sicherheit immer einen Arzt zurate ziehen.
 

Ursachen für hängendes und zuckendes Augenlid

Auch eine gestörte Schließfunktion des Augenlids kann manchmal Probleme bereiten. Die häufigsten Beschwerden in diesem Sinne sind ein unwillkürlich zuckendes oder hängendes Augenlid: 

  • Zuckt das Augenlid, sind meist alltägliche Faktoren wie Stress, Schlafmangel oder leichte Augenreizungen schuld, aber auch bei Entzündungen kann das Augenlid zittern. Die Beschwerden sind meist harmlos und verschwinden normalerweise von selbst wieder.
  • Ein hängendes oberes Augenlid (Ptosis) kann einseitig oder beidseitig auftreten und durch viele verschiedene Erkrankungen verursacht werden wie z. B. Muskel- oder Nervenerkrankungen, einen Schlaganfall, Infektionen oder Tumore. Und auch nach einem Unfall, im Alter oder durch Medikamente ist ein hängendes Augenlid möglich.
  • Ein nach außen hängendes unteres Augenlid (Ektropium) tritt am häufigsten durch eine Bindegewebsschwäche im Alter auf und verursacht oft ein trockenes Auge. Selten können aber auch Hauterkrankungen oder Infektionen zugrunde liegen.

Tritt ein deutlich hängendes Augenlid plötzlich und ohne ersichtliche Ursache auf, sollten Sie zum Ausschluss schwerer Erkrankungen sicherheitshalber Ihren Arzt aufsuchen. Aber auch wenn ein Augenlid anhaltend flattert, ist eine Abklärung empfohlen.
 

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung bei Problemen des Augenlids ist ebenso vielfältig wie die Beschwerden und zugrundeliegenden Ursachen. Mögliche Optionen sind:

  • Operationen: Bei Hautveränderungen wie Tumoren, gutartigen Wucherungen, Zysten und abgekapselten Entzündungen kann eine operative Entfernung notwendig sein. Bei hängendem Augenlid hilft eine Augenlid-OP dabei, es wieder zu straffen.
  • Salbe, Creme und Tropfen: Bei einer Infektion oder Entzündung am Augenlid kann antiinfektive und entzündungshemmende Creme oder Salbe eingesetzt werden. Bei trockenem Auge helfen befeuchtende Augentropfen, bei trockener Haut an den Augenlidern eignet sich spezielle Augensalbe, z.B. Bepanthen® Augen- und Nasensalbe.
  • Hausmittel: Ein geschwollenes Augenlid können Sie durch Hausmittel wie kalte Umschläge, Teelöffel oder Gurkenscheiben kühlen und das Abschwellen fördern. Bei Entzündungen hilft ein aufgebrühter Schwarzteebeutel, der abgekühlt auf das Augenlid gelegt wird.
  • Auslöser meiden: Bei einer Allergie gegen Pflegeprodukte oder andere Allergene sollten Sie diese nach Möglichkeit meiden. Bei gereizten Augen mit zitternden Lidern helfen eine gute Luftqualität, Entspannungsübungen und ausreichender Schlaf.