Neurodermitis: Ursachen & effektive Behandlung | Bepanthen®

Neurodermitis: Ursachen, Symptome & Behandlungsmöglichkeiten

Allein in Deutschland schätzt man, dass ca. 2 Millionen Kinder und 2,5 Millionen Erwachsene an Neurodermitis leiden. Die auch als atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem bekannte Erkrankung ist zwar nicht heilbar, lässt sich aber durch unterschiedlichste Therapiemöglichkeiten effektiv eindämmen. 

Inhalt

Was ist Neurodermitis?

Neurodermitis, auch atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis genannt, ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Haut, die in Schüben auftritt und nicht ansteckend ist. Typische Zeichen sind Hautausschlag und quälender Juckreiz. 

Sie betrifft häufig Kinder und beginnt meist schon in den ersten sechs Lebensmonaten mit einem Ekzem, bildet sich im Verlauf bis zum Erwachsenenalter aber oft zurück und verschwindet dann zeitweise oder sogar ganz. Die Beschwerden bei Neurodermitis können sehr belastend sein und die Lebensqualität der/s Betroffenen beeinträchtigen. Eine gute Hautpflege und das Vermeiden von Auslösern tragen wesentlich dazu bei, Beschwerden vorzubeugen.
 

Symptome bei Neurodermitis

Weil die Erkrankung schubweise verläuft, gibt es Phasen mit starken oder weniger starken Beschwerden. Auch zwischen Betroffenen kann die Erkrankung sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Zu den häufigsten Symptomen einer Neurodermitis gehören:

//Im akuten Stadium: Entzündliche Hautveränderungen mit quälendem Juckreiz, Rötung und zum Teil Bläschenbildung

//Generell eher trockene, schuppende Haut

//Langfristig lederartig verdickte oder rissige Haut

//Hautinfektionen, die durch ständiges Kratzen begünstigt werden

//Bei Babys treten erste Symptome zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat auf. Der sogenannte Milchschorf kann – muß aber nicht Vorbote für eine Neurodermitis sein. 
 

An welchen Körperstellen kann Neurodermitis auftreten?

Welche Körperstellen betroffen sind, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und hängt zudem maßgeblich vom Alter ab: 

  • Bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sind vorwiegend die „Beugestellen“ Kniekehlen, Ellenbeugen, Handgelenke und Hals von Neurodermitis betroffen, daneben auch Hände, Handflächen oder Fußsohlen. Im Gesicht ist es der Bereich um Augen und Mund sowie die Stirn. 
  • Bei Babys zeigt sich Neurodermitis vor allem auf dem Kopf, den Wangen, an den Streckseiten von Armen und Beinen – seltener auch auf Rücken, Bauch und Brust. 
     

Neurodermitis bei Kleinkindern und Babys

Neurodermitis beginnt beim Baby meist im Gesicht und an der behaarten Kopfhaut. Dort bildet sich der so genannte Milchschorf.  Die Haut ist gerötet, nässt und ist mit Schuppenkrusten bedeckt. Der damit verbundene Juckreiz ist für die Babys häufig sehr quälend. Weitere betroffene Stellen bei Babys sind die Wangen sowie die Streckseiten von Armen und Beinen, seltener Rücken, Bauch und Brust. Schon bald zeigen sich bei Babys und auch Kleinkindern die typischen Beugeekzeme in Kniekehlen, Armbeugen oder Nacken.

In Deutschland sind mit etwa 23% Babies und Kleinkinder die am stärksten von Neurodermitis betroffene Altersgruppe, im Laufe der Jahre verringern sich jedoch die Symptome oder verschwinden ganz: Im Schulalter sind nur noch 8% der Kinder betroffen. Insgesamt nimmt Neurodermitis bei Kindern oft einen milderen Verlauf als bei Erwachsenen. Allerdings haben Kinder, die Neurodermitis haben oder hatten, ein höheres Risiko für andere allergische Erkrankungen wie Heuschnupfen oder Asthma.
 

Was sind die Ursachen für Neurodermitis?

Die Neurodermitis-Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Es gibt Hinweise darauf, dass Neurodermitis durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren und einer genetischen Veranlagung entsteht. Daher ist die Hauterkrankung auch vererbbar.

Bei Neurodermitis-Patienten ist offensichtlich die Hautbarriere gestört, sodass die Hornschicht der Haut ihre Schutzfunktion nicht richtig erfüllen kann.

  • Familiäre Veranlagung: Ein erhöhtes Risiko für eine atopische Dermatitis beim Baby liegt vor, wenn Eltern oder Geschwisterkinder unter einer Neurodermitis, Asthma oder Heuschnupfen leiden. Die Wahrscheinlichkeit daran zu erkranken, beträgt etwa 20 bis 40 Prozent bei einem erkrankten Elternteil. Haben beide Elternteile die Hautkrankheit, liegt das Neurodermitis-Risiko bei 60-80 Prozent.
  • Übermäßige Hygiene: Zu saubere Verhältnisse, bedingt beispielsweise durch zu häufiges Händewaschen und desinfizieren, stören regelrecht die Entwicklung des Immunsystems, dadurch kann es zu unerwünschten Hautreaktionen wie Neurodermitis kommen.
  • Allergien und Unverträglichkeiten: Bei Neurodermitis reagiert die Haut sensibler auf Allergene wie Hausstaub, Tierhaare, Pollen, Nickel oder Duftstoffe. Auch Allergien bzw. Unverträglichkeiten gegen Nahrungsmittel können eine Neurodermitis auslösen.
  • Infektionen: Durch Besiedlung und Infektion der Haut mit bestimmten Keimen kann es bei gestörter Hautbarriere zu einer Entzündungsreaktion der Haut. Auch bei anderen Infektionen wie z.B. der Atemwege oder Zähne kann die Haut mitreagieren.
  • Innere Faktoren: Hormonschwankungen, zum Beispiel aufgrund von Menstruation oder Schwangerschaft, können einen Schub ebenso begünstigen.
  • Äußere Faktoren: Kalte, trockene oder feuchte Luft kann ebenso wie Tabakrauch, starke Wärme und Schwitzen die Haut reizen. Auch übertriebene Reinigung, scheuernde Kleidung z.B. aus Wolle und andere Kontaktstoffe können eine Neurodermitis auslösen.
     

Neurodermitis individuell behandeln

Bei jedem Menschen kann Neurodermitis unterschiedlich verlaufen. Es ist deshalb wichtig, dass die Neurodermitis-Behandlung bei jedem Betroffenen genau passt. Daher sollten Sie Ihre Neurodermitis genau ins Visier nehmen: Beobachten Sie, wie, wann und warum sich ein Schub bei Ihnen oder Ihrem betroffenen Kind ausbreitet. Es ist wichtig, die persönlichen Auslöser zu kennen und so gut wie möglich zu vermeiden. 

Eine zentrale Rolle spielt die richtige Hautpflege. Sie sollten nur Produkte verwenden, die für die Anwendung bei Neurodermitis geeignet sind. Bepanthen® Sensiderm Creme ist eine leichte Creme zur Stabilisierung der Hautschutzbarriere bei Hautirritationen. Sie eignet sich zur zusätzlichen Unterstützung der Neurodermitis-Basispflege, indem sie die Hautschutzbarriere stabilisiert und dadurch Symptome wie Rötungen und Juckreiz lindert. Dabei ist sie frei von Farb-, Duft- und Konservierungsstoffen sowie Kortison.
 

Die Neurodermitis-Therapie

Die richtige Hautpflege

Bei Neurodermitis ist es sehr wichtig, die Haut vor dem Austrocknen zu bewahren. Die grundlegende Behandlung einer Neurodermitis ist deshalb eine tägliche Hautroutine, um die Hautbarriere zu schützen. Bei leichter Neurodermitis reicht es häufig schon aus, die Haut gut zu pflegen. Fetthaltige Pflegeprodukte wie Salben schützen die Haut gut vor dem Austrocknen, lassen sich aber manchmal etwas schlechter auftragen. Flüssigere Cremes haben einen geringeren Fettanteil, lassen sich dafür aber angenehmer und einfacher auftragen. Lotionen haben einen sehr hohen Wasseranteil und eignen sich daher vor allem bei von Neurodermitis betroffenen, nässenden Hautstellen.

Neben dem Fettanteil ist es wichtig, auf die Inhaltsstoffe zu achten. Manche Inhaltsstoffe können allergische Reaktionen hervorrufen und sollten deshalb gemeiden werden. Dies gilt beispielsweise für Konservierungs-, Duft-, Farbstoffen, Emulgatoren, Paraffinöl oder Vaseline.

Bei der Hautreinigung gilt: besser pH-neutrale oder leicht saure medizinische Seifen  (Syndets) benutzen als „normale“ Seifen oder Duschgels. Auch rückfettende Produkte zum Duschen oder Baden sind oft hilfreich. Generell sollten Sie eher kurz und lauwarm duschen oder baden, um der Haut nicht zu viel Fett zu entziehen.

Die richtige Hautpflege kann die kortisonfreie Zeit zwischen den Schüben verlängern, weshalb sie essentiell bei der Neurodermitis-Behandlung ist.

Medikamentöse Behandlung

Ist die Haut akut entzündet und juckt, können Cremes oder Salben mit Kortison notwendig sein.  Kortisonsalben oder -cremes werden nicht dauerhaft, sondern nur zur akuten Behandlung eingesetzt. Kortisonpräparate gibt es in unterschiedlicher Stärke, sie sind zum Teil rezeptpflichtig. Zur Behandlung von Neurodermitis sind außerdem noch so genannte Immunmodulatoren zugelassen. Sie hemmen bestimmte Substanzen, die bei Entzündungsprozessen eine Rolle spielen. Welches Präparat für Sie geeignet ist und wann es angewendet werden sollte, sollten Sie gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.

Wenn die Therapie mit entzündungshemmenden Salben oder Cremes nicht ausreicht, kommt zusätzlich eine Lichttherapie infrage. Falls die Beschwerden weiterhin bestehen, können als letzte Instanz Tabletten, die das Immunsystem hemmen, eine weitere Behandlungsmöglichkeit bieten. Diese Maßnahme gehört jedoch unbedingt in die Hände eines Arztes und sollte gut durchdacht werden. Wenn gleichzeitig allergische Erkrankungen wie Heuschnupfen bestehen, kann der Einsatz von Antihistaminika sinnvoll sein.
 

Behandlung der Neurodermitis beim Baby: Stufentherapie

Die Behandlung der Neurodermitis setzt sich aus verschiedenen Stufen zusammen, die aufeinander aufbauen und abhängig von den Beschwerden zum Einsatz kommen:

  • Basistherapie (Stufe 1): Die Basistherapie kommt bei allen Kindern mit Neurodermitis zur Anwendung, auch ohne Ekzeme und akute Beschwerden. Darunter fällt das Vermeiden individueller Auslösefaktoren wie Allergene und reizende Kleidung sowie eine regelmäßige Basispflege der Haut. Hat Ihr Baby eine leichte Neurodermitis mit trockener Haut, reicht die Basistherapie zuhause oft schon aus.
  • Lokale Therapie (Stufe 2 und 3): Leidet Ihr Kind unter stärkeren Hautveränderungen mit Ekzem und starkem Juckreiz, ist hingegen eine ärztliche Behandlung notwendig. Der Arzt kann zusätzlich zur Basispflege der Neurodermitis dem Baby Creme oder Salbe mit verschiedenen Wirkstoffen verschreiben, die gezielt gegen die Entzündung und den Juckreiz der Haut wirken. 
  • Systemische Therapie (Stufe 4): Liegt ein sehr großflächiger und schwerer Hautbefall vor, können vorübergehend auch Tabletten notwendig werden, die das Immunsystem stärker dämpfen. Diese Therapie darf nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden.

Da das Ausschalten von Risikofaktoren und die Auswahl der Therapeutika schwierig sein kann, sollte die Behandlung der Neurodermitis beim Baby immer durch einen Arzt koordiniert werden. So wird der optimale Behandlungserfolg gesichert und schwere Schübe sowie Komplikationen verhindert.
 

Neurodermitis Hausmittel

Hausmittel können einigen Neurodermitis-Betroffenen Erleicherung verschaffen. Kühle, feuchte Umschläge sind hilfreich gegen Juckreiz. Einige Betroffene bevorzugen Umschläge mit  Kamillenblüten-Aufguss. Die Heilpflanze wirkt entzündungshemmend, kann aber in manchen Fällen allergische Reaktionen hervorrufen. 

Eine Alternative sind Umschläge mit Schwarztee, die durch die enthaltene Gerbsäure ebenfalls entzündungshemmend wirken. Einige Betroffene schwören auch auf Kokosöl bei Neurodermitis. Dem Öl werden antibakterielle und entzündungshemmende Wirkungen nachgesagt, zudem soll es Hauttrockenheit und Juckreiz lindern.
 

Ernährung bei Neurodermitis

Die Ernährung kann Neurodermitis beeinflussen, jedoch scheinen Nahrungsmittelallergien für die Beschwerden bei Neurodermitis nur eine geringe Rolle zu spielen. Lebensmittel, die bei Kindern als Neurodermitis-Auslöser infrage kommen, sind vor allem Kuhmilch, Soja, Weizen, Haselnuss, Erdnuss und Fisch. Bei Erwachsenen spielen eher so genannte Kreuzallergien eine Rolle. Dabei reagiert das Immunsystem nicht nur auf Pollen bestimmter Bäume oder Gräser, sondern auch auf Inhaltsstoffe bestimmter Obstsorten, Gewürze oder Nüsse, in denen ähnliche Allergene vorhanden sind. 

Ob und welche Lebensmittel Hautprobleme bereiten, ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Deshalb gibt es keine allgemeine „Neurodermitis-Diät“. Um herauszufinden, welche Nahrungsmittel die Haut beeinflussen, eignet sich das Führen eines Tagebuchs.
 

Neurodermitis Tipps für den Alltag

Wer betroffen ist, kann einiges tun, um einem Neurodermitis-Schub vorzubeugen. Hier einige Tipps für den Alltag:

  • Weiche und hautfreundliche Kleidung, z.B. aus Baumwolle, Leinen oder Seide, wird von der empfindlichen Haut besser vertragen. Kleidung aus Wolle kann dagegen die Haut reizen.
  • Gegen Stress und Anspannung helfen Entspannungstechniken wie Yoga, Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung.
  • Selbsthilfegruppen sind eine gute Möglichkeit, Erfahrungen mit anderen Betroffenen oder Eltern auszutauschen. Der regelmäßige Austausch kann helfen, die Erkrankung besser zu bewältigen.
  • Spezielle Neurodermitisschulungen bieten Patienten, deren Eltern und Betreuungspersonen Hilfe im Umgang mit der Erkrankung.
     

Bepanthen® Sensiderm Creme bei Neurodermitis

Bepanthen® Sensiderm Creme ist eine leichte Creme zur Stabilisierung der Hautschutzbarriere bei Hautirritationen. Bei leichten Formen von Neurodermitis kann die Creme als Basistherapie in Ergänzung zu einer rezeptpflichtigen Salbe verwendet werden:

  • Als Basistherapie zwischen den Schüben, um die kortisonfreie Zeit zwischen den entzündlichen Schüben zu verlängern
  • Zur zusätzlichen Unterstützung Ihrer Hautschutzbarriere, um bei ersten Anzeichen von Schüben der Haut weitere Unterstützung zu geben
  • Als Ergänzung zu einer rezeptpflichtigen Salbe während der Therapie zur Stabilisierung der Hautbarriere
  • Nach Ende einer Therapie mit einer rezeptpflichtigen Salbe zur Wiederherstellung der Hautbarriere
Bepanthen® Sensiderm Creme

Hautschutzbarriere stärken

Die Bepanthen® Sensiderm Creme fügt sich in die natürliche Hautschutzbarriere ein und stabilisiert.

Häufig gestellte Fragen zu Neurodermitis

Ist Neurodermitis heilbar?

Derzeit ist Neurodermitis noch nicht heilbar. Allerdings lässt sich die Erkrankung mit regelmäßiger Hautpflege und der richtigen Therapie gut kontrollieren und akute Beschwerden lindern. Betroffene können außerdem selbst einiges zur Vorbeugung beitragen. Gut zu wissen ist auch, dass die Mehrheit der Kinder mit Neurodermitis im späteren Verlauf keine Beschwerden mehr haben.
 

Wie entsteht Neurodermitis?

Die Ursachen für Neurodermitis sind noch nicht vollständig geklärt. Eine zentralle Rolle hat die gestörte Hautbarriere, die ihre Schutzfunktion nicht ausreichend erfüllen kann. Genetische Faktoren sind bekannt, außerdem gibt es weitere Trigger wie Stress, Klima und falsche Hautpflege.  
 

Wie behandelt man Neurodermitis in der Schwangerschaft?

Um Neurodermitis in der Schwangerschaft zu behandeln, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wichtig ist die sorgfältige Hautpflege mit rückfettenden Cremes oder Salben. Für Schwangere ist es besonders wichtig, die Behandlung immer mit dem Arzt zu besprechen.
 

Neurodermitis beim Baby: Was hilft?

Hat Ihr Baby Neurodermitis, sollten Sie Auslöser wie Allergene und reizende Kleidung meiden und auf eine gute Hautpflege achten, um Beschwerden zu lindern. Cremen Sie dafür das Baby zweimal täglich und nach jedem Baden mit Salbe oder Creme ohne Zusätze ein.