Schlechte Wundheilung: Ursachen und Gegenmaßnahmen

Schwestern mit Roller

Wundheilung ist ein komplexer Prozess und eine Herausforderung für den Körper. In einem Zeitraum, der wenige Tage, aber auch mehrere Wochen oder Monate umfassen kann, beschäftigen sich eine Vielzahl von Stoffwechselfunktionen mit Reparaturarbeiten an der geschädigten Zellstruktur. Blutkreislauf, Gefäß-, Hormon- und Immunsystem sowie Zellen, die für die Bildung von neuem Gewebe und Zellen, wie z. B. Bindegewebe zuständig sind, vollbringen vom Augenblick der Verletzung an Höchstleistungen – unabhängig davon, ob sie eine kleine oder große Wunde verschließen müssen. Weil die Wundheilung so vielseitig und komplex ist, steigt die Anfälligkeit für mögliche Störfaktoren. Um zu verhindern, dass eine schlechte Wundheilung langwierige Komplikationen bereitet, gilt es den Körper durch eine optimale Versorgung der Verletzung bei seiner anspruchsvollen Aufgabe zu unterstützen.

Ursachen für schlecht heilende Wunden

Eine Wunde heilt nicht bzw. schlechter, wenn Einflussfaktoren den Reparaturprozess behindern. Unterschiedliche Ursachen kommen infrage, wenn der Körper den Anforderungen der Wundheilung nicht gewachsen ist.

  • Einseitige oder nicht ausreichende Ernährung kann dazu führen, dass für die stoffwechselintensiven Vorgänge keine ausreichenden Reserven an Eiweiß, Kohlehydraten, Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Fetten zur Verfügung stehen.
  • Infektionen durch Bakterien, Pilze oder Parasiten wirken sich negativ aus.
  • Grunderkrankungen des Blutes wie Blutarmut oder Blutgerinnungsstörungen spielen eine Rolle bei verzögerter Wundheilung.
  • Durch chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus, aber auch durch Nikotinmissbrauch kann es zu einer mangelhaften Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff und in der Folge zu einer verzögerten Wundheilung kommen.
  • Gefäßveränderungen wie die periphere arterielle Verschlusskrankheit oder Ödeme durch Wassereinlagerungen im Lymphsystem behindern die Regenerationsfähigkeit der Zellen.
  • Ein geschwächtes Immunsystem, wie bei Krebspatienten, ist den Aufgaben der Wundheilung oft nicht ausreichend gewachsen.
  • Spezielle Medikamente, wie z. B. blutgerinnungshemmende Mittel oder Wirkstoffe, die die Immunabwehr unterdrücken, können den Heilungsverlauf negativ beeinflussen.

Eine Wunde heilt außerdem nicht oder nur schlecht, wenn Störungen am Ort der Verletzung auftreten:

  • Die Verunreinigung der Wunde durch Fremdkörper kann zu einer Wundinfektion führen und gefährdet die schnelle Heilung.
  • In manchen Fällen ist es nötig, die verletzte Region ruhig zu stellen. Gelingt das nicht, kann es zu einer schlechten Wundheilung kommen.
  • Spannungen im Bereich der Wundränder oder Komplikationen beim Zusammenfügen der Wundränder nach einer Naht können Gründe für eine schlechte Wundheilung sein.

Eine Wunde heilt nicht: Was kann helfen?

  • Die wichtigste Maßnahme gegen schlechte Wundheilung ist Vorbeugung. Dafür sind eine sachgemäße Reinigung, Desinfizierung und eine Weiterbehandlung mit einer Heilsalbe sinnvoll, um für eine gute Wundheilung zu sorgen.
  • Eine ausgewogene und vollwertige Ernährung, bewusste Gewichtskontrolle und der Verzicht auf Nikotin unterstützen die Leistungsfähigkeit des Stoffwechsels.
  • Bei Patienten mit chronischen Leiden spielt die adäquate Therapie der Grunderkrankung eine entscheidende Rolle für die Regenerationsfähigkeit nach einer Verletzung.
  • Besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass Wunden schlecht heilen, oder deuten sich unerwartete Komplikationen im Heilungsprozess an, sollten Sie Ihren Arzt um Rat fragen. Er entscheidet dann über den weiteren Behandlungsweg und überwacht den Heilungsfortschritt

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