Narbenbildung: Wenn der Körper sichtbar heilt

Narbe am Rücken

Sie lassen sich im Leben kaum vermeiden: Verletzungen der Haut, die nach dem Verheilen eine mehr oder weniger auffällige Narbe hinterlassen. Kleine und große Unfälle, Hauterkrankungen oder Operationen sind die häufigsten Ursachen. Entscheidend für eine möglichst wenig sichtbare Erinnerung sind eine sorgfältige Behandlung der Wunde, ein infektionsfreies Verheilen und ein wenig auch die genetische Veranlagung jedes Einzelnen. Die gute Nachricht: Die Narbenbildung lässt sich durch eine effektive und gezielte Narbenbehandlung positiv beeinflussen.

Wann entstehen Narben?

Äußere Narben entstehen nach Verletzungen der tieferen Hautschichten. Ihre Haut ist Ihr größtes Organ und bildet eine massive Schutzwand gegen das Eindringen von Mikroorganismen, die in Form von Bakterien, Viren und Pilzen den täglichen Angriff auf den Organismus starten. Kein Wunder also, dass die körpereigene Abwehr versucht, jede Verletzung schnellstmöglich zu schließen. Dabei geht Schutz vor Schönheit, und nicht selten entsteht deshalb eine unregelmäßige Narbenbildung. Im Gegensatz zur unverletzten Haut kann das Narbengewebe als Ersatz zweiter Wahl bezeichnet werden. Denn anders als im gesunden Gewebe mit elastisch verkreuzten Fasern liegen im Narbengewebe die Kollagenfasern parallel. Dies hat eine mangelnde Elastizität zur Folge. Auch fehlen dem Narbengewebe wesentliche Bestandteile der gesunden Haut wie Haare, Schweiß- und Talgdrüsen sowie die für die Hautfarbe zuständigen Melanozyten.

Die Narbenbildung ist der letzte und als Ergebnis sichtbare Schritt der Wundheilung.

Der Vorgang der Narbenbildung in der Übersicht:

  • Die Wundheilung startet mit der Reinigungsphase, in der eindringende Erreger durch die Körperabwehr bekämpft, Keime und eventuelle Fremdkörper aus der Wunde herausgespült werden.
  • Nach ein paar Tagen beginnt die Heilungsphase mit der Neubildung der Hautzellen und dem Verschließen der Wunde.
  • In der letzten Phase, der Wiederaufbauphase, entsteht die Narbe. Dieser Prozess kann bis zu zwei Jahre andauern.

Wie entstehen Narben unterschiedlichen Aussehens?

Eine frische Narbe zeigt sich meist rötlich - weil gut durchblutet - und erhaben über der sonstigen Haut. Mit zunehmender Dauer jedoch verblasst das Narbengewebe und sackt leicht ab. Die Stelle bleibt blass und haarlos und zeigt sich im Allgemeinen glatt. Dabei ist die Ersatzhaut weniger elastisch und entwickelt sich über etwa zwei Jahre weiter. So kommt es eventuell im Nachhinein zu Verhärtungen und Verwachsungen.

Neben dem Idealfall der flachen unauffälligen Narbe zeigen sich jedoch ebenso eingesunkene oder gewölbte Narbenstrukturen. Erstere sind sogenannte atrophe Narben, grübchenartige Vertiefungen, die häufig infolge von Akne auftreten. Sklerotische Narben, meist hart und unelastisch, treten oft infolge von Verbrennungen auf. Häufig kommt es bei der Narbenbildung, zu roten und erhabenen, sogenannten hypertrophen Narben. Sie entstehen durch anhaltende Endzündungsreaktionen, die zu einer Überproduktion von Bindegewebe und Kollagen und somit zu erhabenen, rötlichen Narben führen, die oft spannen und jucken können. Schießt der Körper bei der neuen Bindegewebsproduktion über sein Ziel der ursprünglichen Wunde hinaus, entwickeln sich sogenannte Keloide. Diese eventuell juckenden Überschüsse können weit über die ehemalige Verletzung hinauswachsen, sind rot oder dunkel gefärbt und zeigen sich zudem berührungsempfindlich.

Faktoren, die über die Art und die Optik der Narbe entscheiden, sind unter anderem:

  • die Verletzungsart: Ausmaß des Gewebeverlustes und Tiefe der Wunde.
  • das Alter des Patienten: Im Alter heilen Wunden meist schlechter als in jüngeren Jahren.
  • der Ort der Verletzung: besonders gefährdet für eine unschöne Narbenbildung sind Brust und Schulter.
  • die Wundhygiene: Wundinfektionen bilden eine größere Gefahr für eine unschöne Narbenbildung.
  • die persönliche Veranlagung: Keloide treten häufig familiär auf.
  • der Hauttyp des Patienten: Dunkelhäutige Hauttypen haben ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Keloiden.

Narbenbildung reduzieren

Wenn tiefere Hautschichten verletzt sind, ist es unmöglich, Narben zu verhindern. Jedoch lässt sich die Narbenbildung reduzieren – besonders in den frühen Phasen der Heilung. Die ersten Maßnahmen dazu können Sie bereits kurz nach der Verletzung ergreifen, ganz gleich, ob es sich um eine Brand-, Schnitt-, Riss-, Kratz- oder Schürfwunde handelt. Reinigen und desinfizieren Sie die Verletzung sorgfältig mit einem Spray oder einer antiseptischen Wundcreme. Infektionen verlängern den Heilungsprozess und verstärken die Narbenbildung. Kratzen Sie auch gebildeten Schorf nicht ab, denn so gelangen Keime in die Wunde, und die Haut wird erneut verletzt.

Weitere Tipps, um das Risiko der Narbenbildung zu reduzieren

  • Meiden Sie direkte Sonneneinstrahlung oder verwenden Sie Sonnenschutzmittel bzw. decken Sie die Narbe sorgfältig ab.
  • Vermeiden Sie scheuernde, raue Kleidung oder Schmuck.
  • Zudem können Sie auffälligen Narben vorbeugen, indem Sie eine Zug- oder Dehnungsbelastung der Wunde möglichst vermeiden: auch und gerade dann, wenn die Verletzung über einem Gelenk liegt. Hier haben sich Kompressionsverbände bewährt, die die Überdehnung der Wundränder verhindern. Außerdem hemmt der Druck die Entstehung von Wülsten und Narbenwucherungen, sogenannten hypertrophen Narben. Besonders Brandverletzungen und großflächige Wunden werden daher oft über mehrere Monate mit Kompressionsverbänden behandelt, um die Narbenbildung zu reduzieren.
  • Verwenden Sie spezielle Narbenprodukte zur Vorbeugung und Behandlung von Narben, z.B. Silikongele.

Behandlung von Narben

Während der Wiederaufbauphase, der Entstehung der Narbe, können Sie diese positiv beeinflussen. Silikongele sind dabei zu empfehlen. Sie sind Teil einer modernen Narbentherapie und werden direkt auf die Narbe aufgetragen. Dort bilden Sie einen Schutzfilm auf der Hautoberfläche, der die neu gebildete Haut schützt und ihre Austrocknung verhindert. Zudem finden Sie Silikon auch als Silkonpflaster. Dieses kleben Sie einfach auf die Narbe. Bei Narben an Gelenken oder beanspruchten Körperstellen sind Silikongele aufgrund der größeren Elastizität von Vorteil, da Pflaster die Bewegung an Gelenken einschränken können oder möglicherweise verrutschen könnten.

Ist die Wunde bereits fest verschlossen, sollten Sie die Narbe zusätzlich sanft massieren um die Narbenbildung positiv zu beeinflussen. Denn die Massage ist eine wichtige Standardmaßnahme in der Narbentherapie. Die Massage kann die Durchblutung fördern, das Gewebe lockerer machen und überschüssiges Kollagen abbauen, das sonst zu Wülsten führen kann.

Je früher man mit der Narbenbehandlung anfängt desto besser ist das Ergebnis. Sie können aber noch etwa zwei Jahre lang eine positive Wirkung auf das Narbenbild auswirken. Sorgfältig versorgte Narben sind in der Regel deutlich weicher, blasser und weniger erhaben.

Narbenbehandlung mit Bepanthen®

Bepanthen® Narben-Gel hilft Ihnen, einfach und effektiv gegen Narben vorzugehen: Es kombiniert drei Wirkprinzipien die zur Verbesserung des Narbenbildes beitragen.

  • Der Massage-Roller fördert den Abbau von Kollagenfasern und verbessert so das Narbenbild.
  • Silikon bildet einen Film und schützt so die neu gebildete Haut vor Austrocknung.
  • Dexpanthenol bindet Wasser in der Haut und unterstützt das Feuchtigkeitsgleichgewicht.

Unter der regelmäßigen Anwendung über mindestens zwei Monate können Sie so zur Reduzierung von roten und erhabenen Narben beitragen.

Dank dieser modernen Narbenbehandlung werden Narben flacher, weicher und weniger sichtbar. Typische Begleiterscheinungen wie Spannungsgefühl und Juckreiz werden gelindert.

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